In der frühen Kindheit wird der Grundstein gelegt für die spätere Entwicklung und das Bildschirmverhalten. Zahlreiche Fachpersonen aus der Praxis beobachten bei Kindern vermehrt Verzögerungen bei der Sprachentwicklung, Schlafschwierigkeiten sowie Probleme im Bereich der kognitiven und sozialen Entwicklung. Sie vermuten einen Zusammenhang mit übermässigem Bildschirmkonsum bei Kleinkindern.
Dies bestätigen die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie der Berufsverband der Kinderärztinnen und Kinderärzte Schweiz: Je mehr Zeit Kleinkinder täglich vor Bildschirmen verbringen, desto grösser ist das Risiko für Entwicklungsprobleme. Besonders betroffen sind sprachliche Fähigkeiten, Kommunikationsverhalten und die Regulierung von Emotionen. Zudem leidet häufig die Schlafqualität und es steigt das Risiko für Übergewicht und motorische Entwicklungsverzögerungen, da die körperliche Aktivität während der Bildschirmnutzung vermindert ist.
Gemeinsames Engagement mit verschiedenen Aktionen
Das Bildschirmverhalten der Eltern beeinflusst die frühkindliche Entwicklung ebenfalls. Es gibt Hinweise darauf, dass die Sensibilität der Eltern gegenüber den kindlichen Bedürfnissen sowie ihre Reaktionsfähigkeit eingeschränkt werden, wenn sie in Anwesenheit ihrer Kinder sehr viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen. Dies kann die Eltern-Kind-Bindung schwächen und die kognitive und soziale Entwicklung der Kinder negativ beeinflussen.
Vor diesem Hintergrund haben sich Fachorganisationen im Bereich der frühen Kindheit im Raum Biel zusammengeschlossen und eine gemeinsame Haltung entwickelt. Ein Flyer mit praxisnahen Tipps sorgt für eine thematische Sensibilisierung, bietet Eltern und Betreuungspersonen Orientierung und unterstützt damit die gesunde Entwicklung von Kleinkindern. Auch Plakate im Spitalzentrum, auf Beratungsstellen, in Kitas und Spielgruppen informieren Eltern und Fachpersonen. Zudem hat die Fachstelle Frühe Kindheit der Stadt Biel mit der Berner Gesundheit bereits Informationsanlässe in den Bieler QuartierInfos durchgeführt.