Hebammen

Mit Ihrer frühzeitigen fachlichen Hilfestellung unterstützen Sie als Hebamme die Eltern, die Betreuungs- und Schutzaufgaben des Säuglings wahrzunehmen.

Die Grenzen zwischen Normalität, Belastung und Gefährdung liegen häufig in Grauzonen. Als Hebamme sind Sie vielfach die erste Fachperson, die Anhaltspunkte von inadäquatem Verhalten der Eltern dem Säugling gegenüber erkennen und beurteilen können, ob das Kindeswohl gefährdet ist.

Coaching zu Kindesschutzfragen

Im Auftrag des kantonalen Jugendamts bieten wir Coachings zur Früherkennung von Kindeswohlgefährdung an. Hier haben Sie die Gelegenheit, Ihre Einschätzung mit einer externen Fachperson zu reflektieren und zu objektivieren. Sie erhalten:

  • Coaching bei Unsicherheit in der Anwendung der „Einschätzungshilfen zur Früherkennung einer Kindeswohlgefährdung“
  • Unterstützung in der Einschätzung einer möglichen Kindeswohlgefährdung mittels anonymer Fallbesprechung. Sie überprüfen Ihre eigene Wahrnehmung mit einer externen Fachperson und klären das weitere Vorgehen.
  • Coaching im weiteren Vorgehen (geeignete Unterstützungsangebote, Vorbereitung des Elterngesprächs, Bereitschaft der Eltern herstellen für weiterführende Hilfestellungen)
  • Bei Bedarf Unterstützung bei der Meldung an die KESB


Was sind Einschätzungshilfen?

Die Einschätzungshilfen sind ein Instrument zur Risikoeinschätzung. Sie helfen, ein „ungutes Gefühl“ oder beobachtbare Anhaltspunkte für eine mögliche Gefährdung des Kindeswohls zu strukturieren, zu gewichten und den Unterstützungsbedarf sowie das weitere Vorgehen zu planen. 

Akut: Einschätzungshilfen zur Früherkennung von Kindeswohlgefährdung
Nicht akut: Einschätzungshilfen zur Früherkennung von Kindeswohlgefährdung
Erläuterungen Einschätzungshilfen
Datenschutzbestimmungen

Kontakt

Montag bis Freitag, 8.30–12.00 und 13.30–16.00 Uhr unter Telefon 031 370 00 20 oder kindesschutz@mvb-be.ch

Sie erhalten innert eines Tages einen Rückruf zur Vereinbarung eines Coaching-Gespräches. Dieses findet in der Regel telefonisch statt.

Übergabe

Gemeinsame Übergabegespräche zwischen Hebammen und Mütter- und Väterberaterinnen ermöglichen einen nahtlosen Übergang, damit Familien in belastenden Situationen (z. B. medizinisch, kulturell oder sprachlich bedingt) oder bei einer möglichen Kindeswohlgefährdung die nötige Unterstützung erhalten. 

Sie als Hebamme entscheiden, ob eine gemeinsame Übergabe bei der Familie zu Hause oder mittels Übergabeprotokoll angezeigt ist.

Für die Planung der gemeinsamen Übergabe kontaktieren Sie bitte den zuständigen Standort. Die Teams sind von Montag bis Freitag von 8.00 bis 15.00 Uhr erreichbar. Ausschlaggebend für die regionale Zuständigkeit ist die Wohngemeinde der Eltern. 

Für die gemeinsame Übergabe erhalten Sie eine Aufwandentschädigung, die Sie mittels Abrechnungsformular geltend machen können.

Übergabe 

  • bei der Familie zuhause
  • oder mit Übergabeprotokoll

Zusammenarbeit

Zwischen der Mütter- und Väterberatung des Kantons Bern und dem Hebammenverband Sektion Bern besteht seit über zehn Jahren eine enge Zusammenarbeit. Beide Berufsgruppen haben je einen klar definierten Kompetenzbereich, der sich in den ersten Monaten des Kindes mit dem der anderen Berufsgruppe überschneidet.

Ein gemeinsamer Leitfaden klärt die Zuständigkeiten – für Übergaben durch frei praktizierende Hebammen an die Mütter- und Väterberaterinnen besteht das gemeinsame Übergabeprotokoll

Vor einigen Jahren gingen die beiden Partnerorganisationen noch einen Schritt weiter und optimierten den Betreuungspfad im Rahmen der Früherkennung von Kindeswohlgefährdung. Entstanden ist ein standardisiertes Vorgehen für die Übergabe der Betreuung von Eltern und deren Neugeborenen bei komplexen Situationen sowie bei möglicher Kindeswohlgefährdung.

Konzept Übergabe frei praktizierender Hebammen